Giardia-Infektionen des Hundes

Giardien (auch Lamblien genannt) sind Einzeller, die Durchfallerkrankungen bei Menschen und Hunden hervorrufen können. Die Infektion erfolgt durch die Aufnahme von Zysten von Giardia intestinalis aus der Umwelt. Vermutlich reicht schon die Aufnahme von 10 Zysten aus, um eine Erkrankung auszulösen. Erkrankte Tiere scheiden bis zu 107 Zysten pro Gramm Stuhl aus. Diese bleiben zum Teil in der Analregion im Fell kleben, so dass es zu einer ständigen Infektionswiederholung des gleichen Tieres beim Belecken kommt. Die Zysten sind äußerst widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen und können selbst in kaltem Wasser bis zu drei Monate infektiös bleiben.

Zur Verbreitung der Erkrankung liegen nur wenig zuverlässige Daten vor. Die Angaben zur Häufigkeit bei Haushunden schwanken zwischen 8 und 20%. Insgesamt scheint die Häufigkeit der Erkrankung in jüngerer Zeit zuzunehmen. Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigt eine Befallshäufigkeit von 18,6%.

Das klinische Bild variiert in Abhängigkeit von der krankheitsauslösenden Wirkung des beteiligten Giardia-Stammes und dem Infektionsabwehrvermögen des Hundes. Es treten auch durchaus stumme Infektionen auf, also ohne sichtbare klinische Symptome. Erkrankte Hund zeigen immer wieder auftretende Durchfälle, Fettkot, Malabsorption mit verringerter Gewichtszunahme, bzw. Abmagerung sowie Appetitlosikeit. Der Kot ist zumeist weich und ungeformt, gelblich und faulig oder ranzig riechend. Gelegentlich kann er auch schleimig oder wässrig sein, als Zeichen der Malabsorption mit Gasblasen durchsetzt. Es kann Blut beigemengt sein.

Zur Behandlung werden Fenbendazol, Metronidazol oder Febantel eingesetzt, wobei Fenbendazol als das Mittel der Wahl gilt. Wichtig ist die konsequente Umgebungsbehandlung und Verhinderung der Umweltkontamination, um eine Reinfektion oder Infektion anderer Tiere oder des Menschen zu verhindern. Der Kot sollte täglich entfernt und in Plastiktüten über den Hausmüll entsorgt werden. Da der Giardiengenotyp A auch für den Menschen krankheitsauslösend ist, sollten infizierte Hunde von Spielplätzen und Sandkästen ferngehalten werden, eine Maßnahme, die auch zum Schutz von Kindern vor Hundespul- und Bandwürmern eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Auslaufflächen sollten mit einem Dampfstrahler über 60°C gereinigt werden, feuchte Areale sollten trockengelegt werden. Gegenstände wie Spielzeug, Futter- und Trinknäpfe müssen täglich mit kochendem Wasser übergossen und anschließend gründlich abgetrocknet, Liegedecken so heiß wie möglich gewaschen werden. Fliegen können Giardien ebenfalls übertragen. Zudem sollte das Fell befallener Hunde zu Therapiebeginn täglich shampooniert werden, um die Zahl der anhaftenden Zysten zu vermindern. Therapieversager sind aufgrund der hohen Reinfektionsrate häufig.

Wir untersuchen den Stuhl ihres Vierbeiners auf Giardien.

Die Untersuchung kostet 14,98 €. Wir beraten Sie gern.


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